ULTIMATUM E

Topaktueller Polit-Techno-Thriller: Akku-Forschung - E-Mobilität - Elektro-Auto - 
Krise der Autoindustrie - Radikale politische Kräfte

Deutschland steht am Abgrund!

Große Teile der Bevölkerung sind ohne Job und Perspektive. Was ist passiert? China hat einen neuen Fahrzeug-Akku mit 1.000 Kilometer Reichweite entwickelt. Die technischen Leistungsdaten ihrer E-Autos sind damit mit denen von Benzinern vergleichbar. Um die weltweite Marktführerschaft in der E-Mobilität zu erlangen, erlässt die chinesische Regierung einen Importstopp: 

In 180 Tagen dürfen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr nach China eingeführt werden. 

Über Nacht verliert die deutsche Automobilindustrie ihren größten Kunden. Die Nachfrage nach Verbrennern und E-Autos „Made in Germany“ bricht ein - die Autos sind unverkäuflich. Massenentlassungen sind die Folge. Die politische Lage spitzt sich zu. Proteste und Unruhen gefährden den sozialen Frieden. 

Die Bundeskanzlerin setzt eine Taskforce ein. Der Job: Entwickelt das beste E-Auto der Welt. Professor Doktor Martin Hauser, Entdecker wichtiger Grundlagen des heutigen Lithium-Ionen-Akkus, wird um Hilfe gebeten. Ob er und sein Team gewinnen können? Die physikalisch-chemischen Hürden sind extrem. Die Risiken sind unkalkulierbar. Und: Es gibt Kräfte, die den Erfolg verhindern wollen. Der Wettlauf gegen die Zeit und vielfältige Feinde beginnt!

 Ist dieses Szenario realistisch? Bilde dir selbst eine Meinung:

Hier gibt es Hintergrundinformationen.

Hauser schaute auf den Wecker. 4 Uhr.
 Ne, dachte er sich. So früh und schon hellwach. Habe ich überhaupt geschlafen, ging es ihm durch den schmerzenden Kopf. Warum muss ich auch soviel trinken, machte er sich Vorwürfe. Da hast du wieder gegen all deine Vorsätze verstoßen. Eine ganze Flasche Amarone – alleine, ich bin so bescheuert, kasteite er sich selbst. Aber manchmal ist das halt so!
Hauser schleppte sich ins Bad und knipste die kleine Spiegellampe an. Zuviel Licht vertrugen seine Sehorgane noch nicht.
Ach du Scheiße, dachte er sich beim Blick in den Spiegel. Wie sehe ich denn aus? Und die Augen! Briefkastenschlitze sind dagegen ja riesig. 
Obwohl Hauser sonst versuchte, so wenig Medikamente wie möglich zu konsumieren, beschloss er, sich aufgrund der Spiegelanalyse nicht an seinen Vorsatz zu halten. Er holte eine 400-ter Ibuprofen aus dem Badezimmerschrank, stellte das kalte Wasser an und spülte sie herunter.
Er schlich ins Wohnzimmer und ließ sich aufs Sofa fallen. Regungslos saß er da. Den Kopf in Schonhaltung. Traurig. Niedergeschlagen. Apathisch vor sich hinblickend. Müde. Leer!
Hauser schaltete den Fernseher ein. Er erschrak.
»Loooos, LAUF«, schrie es aus den Lautsprechern seiner Heimkino-Anlage. 
Oh, Mirella, warum musst du immer so laut fern sehen, dachte er vorwurfsvoll. Aber egal. Was rege ich mich auf? Alles nicht so wichtig. 
»Los, los, loooos, Laauuuf«, tönte es erneut aus den Boxen. Hauser stellte den Ton leiser. Gelangweilt schaute er dem Treiben auf dem Schirm zu. 
»John, Alex, nein, bleibt stehen«, rief eine kleine, aufrecht gehende Ameise namens Pablo, die Superkräfte hatte. 
»Warum?«, fragte Alex.
»Weil der Ameisenbär direkt vor unserem Eingang wartet und euch fressen will«, entgegnete Pablo.
»Ach was«, lallte der sichtlich angetrunkene John. »Da ist niemand. Pablo, du siehst Gespenster. Auf, Alex, lass uns gehen.«
Kaum waren John und Alex aus ihrem Versteck in der Wand herausgetreten, hatte der Ameisenbär wie erwartet John mit seiner langen Zunge ins Maul geschlabbert. Pablo wurde sichtlich wütend, sprang ebenfalls aus dem Loch und hüpfte so lange auf dem Kopf des Ameisenbären herum, bis dieser John wieder ausspuckte. 
Wenn ich doch auch Superkräfte hätte, dachte sich Hauser. Dann könnte ich vieles rückgängig machen. Oder noch besser: Ich hätte schon vorher angefangen, meine Superkräfte einzusetzen, und es wäre gar nicht so weit gekommen.
Der Gedanke ließ seine Augen feucht werden. Er starrte in die Luft. Selbstmitleid machte sich in ihm breit.
Hauser fing sich und schaltete um. Beim Nachrichtenkanal blieb er hängen.
»Berlin«, sagte der Nachrichtensprecher in der gewohnt neutralen Art. »Am gestrigen Abend gab es wieder heftige Straßenschlachten zwischen der Polizei und aufgebrachten Bürgern. Bis tief in die Nacht hinein flogen Steine und Brandsätze. Erst gegen 3 Uhr am Morgen gelang es den Einsatzkräften, die Menge auseinanderzutreiben. Die Bilanz der nächtlichen Krawalle: Sieben verletzte Polizisten, einer davon schwer. Das Bürgerforum UZE – Unsere Zukunft ist elektrisch, sprach von 40 verletzten Demonstranten. Ein Sprecher des Forums kritisierte die Polizei. Laut einer noch in der Nacht verbreiteten Presseerklärung sei es aus Sicht des UZE komplett unverständlich, dass die Beamten gegen friedlich demonstrierende Bürger aus der Mitte der Gesellschaft gewalttätig vorgegangen waren.«
Oh Mann, dachte sich Hauser, es wird von Tag zu Tag schlimmer.
Der Nachrichtensprecher fuhr fort.
»München: Auch in München weiteten sich die Unruhen aus. Während die Polizei die Proteste bisher auf bestimmte Viertel eingrenzen konnten, war diesmal auch der als Villenviertel bekannte Stadtteil Bogenhausen betroffen. Vermummte Jugendliche steckten dabei rund um die Ismaninger Straße Oberklasse-Wagen in Brand. Und nun ins Ausland.«
Hauser schaltete den Fernseher aus. 
Ich muss helfen, dachte er sich. Wenn nicht für mich, dann wenigstens für Mirella. Das bin ich ihr schuldig. Ihr und ihrer Zukunft. Sollte das hier alles den Bach runtergehen, was wird dann aus den Kindern, grübelte er weiter? Und wenn es nicht klappen sollte? Ok, dann habe ich es zumindest versucht. 
Er spürte, wie der Gedanke ans Loslegen ihm Energie gab. Da die Tablette zu wirken anfing, wich auch das Kopfweh einer geschäftigen Anspannung.

Hauser stand auf, ging zum Sideboard im Wohnzimmer und nahm sein Handy. 
»Doktor Anna Gidion anrufen«, befahl er seinem Telefon.
»Welche Nummer von Doktor Anna Gidion möchten Sie anrufen«, fragte die Stimme des Sprachassistenten. 
Die Handystimme konnte den Namen Gidion nicht richtig aussprechen. Während er sich ansonsten darüber minutenlang lustig machen konnte, drückte er jetzt emotionslos auf die im Display angezeigte Mobilnummer. 
Hoffentlich ist sie schon wach, ging es ihm durch den Kopf. Es ist ja erst 5 Uhr. Aber egal, dachte er weiter. Wenn sie noch schläft, wird ohnehin die Sprachbox drangehen. 
»Anna Gidion«, meldete sich eine Stimme. 
»Hallo Frau Gidion, hier Martin Hauser.« 
»Herr Professor Hauser, Sie?«, fragte Gidion mit hörbarer Freude. »Ihren Anruf hatte ich heute Morgen noch nicht erwartet. Was kann ich für Sie tun?«
Hauser zögerte kurz. 
»Ich habe es mir überlegt. Ich werde Sie unterstützen!« 
Hauser hatte damit gerechnet, dass Gidion einen Schrei ausstoßen würde. So einen Freudenausbruch, wie man ihn aus dem Radio kannte, wenn ein Hörer wieder eine bedruckte Werbetasse gewonnen hatte. Doch stattdessen: Schweigen. 
»Hallo«, sagte Hauser. »Sind Sie noch da?« 
»Äh, ja natürlich«, erwiderte Gidion mit erregter Stimme. »Sorry, ich musste kurz überlegen, ob ich richtig gehört habe. Ich kann es kaum glauben. Sie wollen mitmachen?« 
»Ja«, entgegnete Hauser. 
»Ich frage jetzt nicht warum«, sagte Gidion. »Nicht, dass Sie Ihre Meinung nochmals ändern. Das freut mich – nein, es freut mich sogar sehr oder anders gesagt: Es ist super, dass wir Sie endlich an Bord haben.« 
Hauser hätte schon gerne gesagt, warum er bereit war, das Projekt zu unterstützen. Andererseits hatte sie Recht. Für ausführliche Erläuterungen würde sicher in den nächsten Tagen noch Zeit sein. Jetzt war es wichtig, loszulegen, dachte er.
»Herr Professor Hauser«, fuhr Gidion fort. »Packen Sie Ihre Sachen. Sie werden ein paar Wochen weg sein. Ich werde alles Organisatorische in die Wege leiten.« 
»Ok«, erwiderte Hauser. 
»Können Sie um 6 Uhr fertig sein?«, fragte Gidion.
Ohne die Antwort abzuwarten, fuhr sie fort. »Ich schicke einen Fahrer. Wenn er bei Ihnen ist, wird er Sie anrufen und Sie dann zum Flughafen bringen.« 
»Ich kann auch ein Taxi rufen«, schlug Hauser vor. 
»Nein!«, sagte Gidion. »Das ist viel zu gefährlich. Außerdem kommen Sie damit nicht in den Sicherheitsbereich des Flughafens, in dem eine Maschine der Flugbereitschaft auf Sie warten wird.« 
»Wo geht es denn hin?«, wollte Hauser wissen.
»Das kann ich Ihnen nicht verraten«, entgegnete Gidion. »Es wäre fahrlässig hier am Telefon über weitere Details zu sprechen. Die Leitung ist nicht abhörsicher. 6 Uhr. Ich freue mich. Wir treffen uns am Ankunftsort.« 
Gidion legte auf. 
Hauser starrte auf sein Handy. Nach einem kurzen Augenblick des erneuten Zweifels legte er es weg und fing an zu packen.

5.50 Uhr. Es klingelte an der Tür. 
Der ist aber mehr als pünktlich, dachte sich Hauser. Ich bin noch gar nicht mit Packen fertig.
Hauser ging zur Türsprechanlage, drückte den Übertragungsknopf und sagte. 
»Hallo?« 
Keine Reaktion von der Gegenseite. Hauser schaltete die Kamera an und sagte erneut.
»Hallo?« 
Hauser sah auf dem Bildschirm der Sprechanlage einen Mann im schwarzen Anzug mit Chauffeursmütze. Er war schon wieder auf dem Weg zum Auto. Als der Mann Hausers Stimme hörte, drehte er um. 
»Cherr Chauser, ich soll Sie abholen«, sagte der Mann mit hörbar osteuropäischem Akzent. »Machen Sie schnell, wir sind spät dran.« 
»Äh, ja, ich beeile mich«, stammelte Hauser. »Es war 6 Uhr ausgemacht. Daher sind eher Sie zu früh.«
Der Mann interessierte sich nicht für seinen Einwand. Wie Hauser auf dem Bildschirm beobachten konnte, ging er wortlos zu seinem Auto und stieg ein. Hauser legte auf und packte weiter. 

Kaum war Hauser mit seiner gepackten Reisetasche in Richtung Wohnungstür gegangen, da klingelte sein Handy. Unbekannt stand auf dem Display. 
»Ja?«, sagte Hauser. 
»Herr Professor Hauser?«, fragte eine männliche Stimme. »Ich bin Ihr Fahrer. Ich soll Sie abholen und zum Flughafen bringen.« 
Genervt erwiderte Hauser. 
»Ich hatte Ihnen doch schon gesagt, dass ich gleich runterkomme. Eine Minute!« 
»Mit mir hatten Sie noch nicht gesprochen«, antwortete der Fahrer. 
Hauser wurde stutzig, ging zur Türsprechanlage und schaltete die Kamera ein. 
»Wo sind Sie?«, fragte Hauser. 
»Hier vor der Tür.«, sagte der Fahrer. 
»Kommen Sie bitte vor die Kamera, damit ich Sie sehen kann.« 
Hauser sah wie ein Mann, in Jeans und brauner Lederjacke gekleidet und einem Handy in der Hand, vor die Kamera trat. 
»Haben Sie sich umgezogen?«, fragte Hauser ungläubig. 
»Nein, warum?«, fragte der Fahrer.
»Weil Sie vorhin einen schwarzen Anzug anhatten.«
»Ich?«, fragte der Fahrer überrascht. »Nicht, dass ich wüsste.« 
Komisch, dachte sich Hauser. Irgendetwas ist da faul.

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